Archive for August, 2008

Spielzeug inspiriert US-Militär

Ein US-Spielzeugproduzent plant die Herstellung von Waffen, die Kugeln mit unterschiedlicher Geschwindigkeit abfeuern um Menschen zu “töten” oder zu “verletzen”. Vorbild ist eine Spielzeugrakete.

Die Firma Lund und Company Invention ist vor allem für ihre Spielzeugraketen mit regelbarem Antrieb bekannt. Nun ist das US- Militär auf die Technologie aufmerksam geworden. Sie hat die Spielzeugfirma beauftragt, ihr Knowhow nun auf Kugelgeschoße anzuwenden.
Explosion beschleunigt Raketen - und Patronen.

Der Treibstoff der Spielzeugraketen besteht aus einem Gemisch aus Wasserstoff und Luft. Je nach Wasserstoffanteil lässt sich die Stärke der Treibstoffexplosion bestimmen. Ziel der Entwickler der Firma ist es nun, dieses Prinzip auch zur Regulierung der Geschwindigkeit einer Patrone einzusetzen, die den Lauf einer Waffe verlässt. “Die Kugelgeschwindigkeit variiert von nicht tödlich und tödlich “, sagt der Firmenvorstand Bruce Lund im Gespräch mit dem Wissenschaftsmagazin “New Scientist”.
Auf Wunsch biete die Schusswaffe eine Hochleistungseinrichtung für Scharfschützen. Sie könne auch mit weniger Gewicht hergestellt werden, auch die Größe der Schusswaffe sei variabel, sagt Lund: “Von der Handfeuerwaffe bis zur Haubitze” sei alles möglich
Polizei schießt mit nicht-tödlichen Kugeln
Der Name der Waffe wird “Variable Velocity Weapon System” oder kurz “VWS” lauten. Eine erste Version (Kaliber 12,7 mm) wird voraussichtlich in sechs Monaten präsentiert. Nach der Bewilligung könnte VWS innerhalb von eineinhalb Jahren in Produktion gehen.
Die US-Polizei feuert bereits nicht-tödliche Kugeln von Standardpistolen ab. Sie sind bekannt als “beanbag” -Ladungen, die aus Bleischrot bestehen und auf bis zu 10 Meter Entfernung treffen. Sie gelten zwar als nicht-tödlich, können aber Prellungen und Brüche verursachen.
Experte warnt
Steve Wright, Sicherheitsexperte an der Leeds Metropolitan University warnt vor diesen Waffen. “In hohen Stresssituationen, in denen die Soldaten selbst einem großen Risiko ausgesetzt sind, ist die Versuchung groß, die Waffe auf ‘töten’ zu stellen.”

Chaos Computer Club trickst Chinas “Große Firewall” aus

Die chinesische Internet-Zensur, mit der sich anlässlich der Olympischen Spiele in Peking auch ausländische Journalisten konfrontiert sehen, bleibt ein heißes Thema im Vorfeld der Spiele. Organisationen wie der Chaos Computer Club (CCC) und das Global Internet Freedom Consortium (GIFC) bieten Journalisten inzwischen Untersützung bei der Umgehung der “Großen Firewall” an. Dabei gibt es nicht nur Tipps, sondern auch geeignete Software-Tools, um die Internet-Zensur auszutricksen. Das GIFC hält entsprechende Werkzeuge zum Download bereit, während der CCC mit dem “Freedom Stick” sogar einen USB-Stick als einfache Lösung für Betroffene anbietet.

Zensur gelockert

Zwar hat die chinesische Regierung auf internationalen Druck hin die Internet-Zensur für Journalisten bereits gelockert, doch sperrt die chinesische Große Firewall nach wie vor so manches Webangebot. “Die Zensur in China ist ein Symptom eines Überwachungsstaates, der von westlichen Konzernen seit Jahren technisch unterstützt wird”, kommentiert Björn Pahls vom CCC die Situation. Mit welchen Tricks die moderne Mauer in China und auch in anderen Ländern mit Internet-Zensur umgangen werden kann, beschreibt der CCC auf der Webseite chinesewall.ccc.de.

VPN-Verbindung

Eine Möglichkeit ist eine VPN-Verbindung (Virtual Private Network), bei der ein Computer eine verschlüsselte Verbindung zu einem Endpunkt aufbaut. Diese Methode wird häufig genutzt, um Mitarbeitern von daheim oder unterwegs aus den sicheren Zugriff auf Firmennetzwerke zu ermöglichen - kann aber auch Zensoren aussperren. Viele Redaktionen böten VPN-Verbindungen bereits an, so der CCC. Journalisten sollten sich bei der jeweiligen IT-Abteilung erkundigen. Auch die Nutzung von Proxy-Servern außerhalb Chinas hilft, der Zensur zu entgehen. Dabei wird eine - möglichst SSL-verschlüsselte - Verbindung zu dem Server aufgebaut und alle Anfragen zunächst an ihn geleitet. Der Proxy vermittelt diese weiter und hat dabei freien Zugriff aufs Internet. Da Proxies aber entsprechend beliebte Ziele bei den Zensoren sind, rät der CCC eine größere Liste an Proxy-Servern und somit Ausweichmöglichkeiten zu kennen.

Anonymisierungsdienst

Ebenfalls möglich ist die Nutzung eines Anonymisierungsdienstes, bei dem Datenströme über mehrere Server umgeleitet werden, um so vor einer Analyse der Verbindungsdaten zu schützen. Das macht beispielsweise das Netzwerk des TOR-Projekts, auf dessen Software der Freedom Stick des CCC setzt. Er dient dazu, einfach eine Verbindung zum TOR-Netzwerk aufzubauen. Das Problem dabei ist laut CCC, dass nach dem deutschen Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung der Betrieb von TOR-Knoten in die Illegalität gedrängt wird. “Wir rufen die deutschen Behörden dazu auf, Anonymisierungsserver des TOR-Netzwerkes nicht mehr zu kriminalisieren, denn das schadet vor allem denjenigen, deren Leben in repressiven Staaten auf dem Spiel steht”, sagt daher Pahls.

Proxy-Server

Die Große Firewall einreißen will auch die GIFC. Sie verweist anlässlich der Olympischen Spiele auf ihre Sammlung von Tools gegen die Internet-Zensur, die der Organisation zufolge bereits von einer Mio. Nutzern weltweit verwendet würden. Zu den Werkzeugen zählen unter anderem FreeGate und UltraSurf, die jeweils auf die Nutzung von Proxy-Servern setzen, sowie FirePhoenix, das mit VPN-Verbindungen zu Servern jenseits der Großen Firewall arbeitet. “Wir werden während der Olympischen Spiele laufend neue Releases veröffentlichen”, verspricht Tao Wang, GIFC Director of Operations. Nutzer sollten regelmäßig Updates von der GIFC-Webseite beziehen, um über die Dauer der Veranstaltung unbeschränkt online bleiben zu können.

Jugendliche Botnetzbetreiber festgenommen

Die Suche nach den Verantwortlichen der Botnetze ist derzeit auf einem Höchststand angelangt. Bis dato scheint sich diese allerdings äußerst schwierig zu gestalten. Einen kleinen Erfolg hat man kürzlich in Holland vermelden können. Dort war es den Behörden möglich, die beiden Betreiber eines 100.000 Computer starken Botnetzes dingfest zu machen. Auch in diesem Fall war das FBI an der Aufklärung des Falles beteiligt.

Bei den niederländischen Betreibern handelt es sich um zwei Brüder im Alter von 16 und 19 Jahren. Den beiden Jugendlichen wird vorgeworfen, zunächst ein Botnetz auf die Beine gestellt und dieses anschließend verkauft zu haben. Das Botnetz soll 40.000 bis 100.000 umfassen, welches als Spamschleuder oder zu DDoS-Attacken missbraucht werden könnte. Schätzungen zufolge sollen sich rund 1.100 Rechner alleine in den Niederlanden befinden.
Auch hier war das FBI maßgeblich an der Aufklärung beteiligt, man spricht von einem guten Teamwork. Die Verhaftung der Angeklagten hat sich am vergangenen Donnerstag zugetragen. Einen Tag später wurde der Vorfall öffentlich bekannt gegeben. Auf eine Namensnennung wurde zum Schutz der Verdächtigen verzichtet. Nach dem erfolgreichen Aufbau des Botnetzes wurde dieses für schätzungsweise 25.000 Euro an einen Brasilianer verkauft. Auch er wird nun von rechtlichen Konsequenzen bedroht. Die US-Behörden haben juristische Schritte eingeleitet und streben eine Auslieferung des Käufers an.

Der beschuldigte Hauptbetreiber des Botnetzes wird sich vor Gericht verantworten müssen. Ihm wird dort u.a. der Einbruch in Computersysteme vorgeworfen. Er sitzt seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Auch sein jüngerer Bruder im Alter von sechzehn Jahren soll angeklagt werden. Nach seiner Vernehmung wurde er aber aufgrund seines Alters wieder freigelassen. Der weitere Verlauf des Verfahrens bleibt abzuwarten.

>>Quelle<<