Archive for August 24th, 2007

Games Convention in “Leiptsch”

Jahrelang steckte die Computerspielebranche in einer Sackgasse. Nur keine Experimente und teure Fehlentwicklungen. Für die immer gleichen Käufer gab es einige wenige erfolgreiche Titel, die in immer neuen Versionen grafisch auf Hochglanz poliert wurden. Der Mut zu neuen Spielekonzepten aber fehlte.

“Wir langweilen die Leute zu Tode und bringen Spiele heraus, die immer schwerer zu spielen sind”, sagte jüngst John Riccitiello, neuer Chef des weltgrößten Spiele-Verlags Electronic Arts. Aus dieser Sackgasse will sich die Branche nun befreien und die breite Masse der Bevölkerung erreichen.

Jung, männlich, eingefleischt

Einer Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom zufolge spielen derzeit 35 Prozent aller Deutschen digitale Spiele. Und diese Gruppe ist jung und vor allem männlich: Laut GfK waren im ersten Halbjahr dieses Jahres nur 27 Prozent der Nutzer von PC- und Videospielen älter als 30 Jahre. Ebenfalls nur 27 Prozent waren Spielerinnen. Immerhin eine leichte Steigerung - vor zwei Jahren waren es im gleichen Zeitraum nur 22 Prozent. Zwar hatte der Software-Riese Electronic Arts mit seiner virtuellen Seifenopfer “Sims” schon vor Jahren einen überraschenden Erfolg vor allem bei weiblichen Gamern. Auch Playstation punktete mit dem Karaoke-Spiel Singstar. Doch das waren eher Ausnahmen.

Analysten des renommierten Markforschungsinstituts Gartner prognostizierten der Branche daher große Probleme. Immer ausgefeiltere Grafikdarstellungen machen die Entwicklung der Spiele teurer. Preise zwischen 50 und 70 Euro pro Spiel sind eher die Regel als die Ausnahme. Der Kreis der eingefleischten Gamer, die solche Preise anstandslos zahlen, wird hingegen nicht größer.

“Casual Games” als Treiber der Aufbruchsstimmung

Auf der Leipziger Computerspielemesse Games Convention macht sich nun Aufbruchstimmung breit. Viele Unternehmen präsentieren neue Konzepte für die neuen Zielgruppen - Frauen und Ältere. Man weiß auch schon, worauf sie anspringen: “Casual Games sind im Kommen”, sagt Olaf Wolters, Geschäftsführer der Bundes Verbandes Interaktive Unterhaltung. “Casual Games” sind leicht zu bedienende Spiele für nebenbei.

In kaum einem Segment ist derzeit der Frauen-Anteil unter den Spielern so hoch wie in diesem Genre. Nach Angaben des Spieleentwicklers Intenium schätzt man die Zahl der Nutzer hier auf weltweit über 150 Millionen, wobei der Anteil von Frauen über 35 Jahre bei 60 Prozent liege. “Casual Games haben sich zu den eigentlichen Treibern der Spieleindustrie entwickelt”, sagt Intenium-Gründer Konstantin Nikulin. Vor wenigen Tagen erst sicherte sich Electronic Arts die Rechte für elektronische Versionen von Gesellschaftsspiel-Klassikern wie Monopoly und Scrabble.

Bewegung statt Spitzengrafik

Dass der Mut zu neuen Konzepten durchaus belohnt wird, beweist Nintendo mit seiner seit rund einem Jahr vermarkteten Spielekonsole Wii. Als die vor einem Jahr auf der Games Convention vorgestellt wurde, erntete das Unternehmen noch müdes Lächeln. Zwölf Monate später schauen die großen Konkurrenten Sony und Microsoft ehrfürchtig auf Nintendo. Mit der fast revolutionären neuen Spielsteuerung ist der Konzern locker an der Konkurrenz vorbeigezogen. Die musste mit Preissenkungen reagieren, um die Absatzeinbrüche aufzufangen.

Die Wii hat mit dem klassischen Videospiel nicht mehr viel zu tun. Statt eines komplizierten, mit zahlreichen Knöpfen bestückten Steuergerätes funktioniert sie über einen bewegungssensitiven Controller - der so genannten Fernbedienung. Ein Infrarotempfänger nimmt die Signale auf. Diese Technik soll auch Ungeübten einen schnellen Einstieg ermöglichen. Bei einem Tennisspiel etwa müssen die Spieler mit der Fernbedienung in der Hand richtige Schlagbewegung machen, beim Abenteuerspiel wird die Steuerung zum Schwert. Auf ausgeklügelte Grafik legt Nintendo hingegen keinen großen Wert.

Wii als Befreiungsschlag

Nintendo sieht sich laut Nintendo-Deutschland-Chef Bernd Fakesch als Trendsetter. Die Entwicklung der Wii freilich geschah bei Nintendo aus einer Notlage heraus. Mit seiner alten GameCube war das Unternehmen gegen die Playstation von Sony und die Xbox von Microsoft hoffnungslos unterlegen.

Nintendo verabschiedete sich von der Gruppe von Extrem-Spielern und warb gezielt um neue Zielgruppen. Der demographische Wandel stelle die gesamte Spieleindustrie vor gänzlich neue Herausforderungen, meint Fakesch. 54 Prozent der deutschen Bevölkerung seien bereits über 40 Jahre alt. Und gerade unter denen habe Nintendo mit seinen Spielen und Konsolen neue Zielgruppen erreichen können.

“Nicht leicht, Spiele für jedermann zu entwickeln”

Der Erfolg der Wii hat die Branche überrascht, aber auch befeuert. Nintendo hat bewiesen, dass neue Zielgruppen mit neuen Ideen erreicht werden können. “Wir wollen weg davon, dass die Spieler erst stundenlang ein Handbuch lesen müssen, ehe sie loslegen können”, sagt nun auch die Chef-Entwicklerin der Software-Firma Ubisoft, Pauline Jacquey. Der Aufbruch zu neuen Ufern gelingt allerdings nicht per Knopfdruck. “Es ist gar nicht so leicht, Spiele für jedermann zu entwickeln”, räumt Jacquey ein.

Dafür sind Investitionen nötig. Ubisoft hat eine Extra-Entwicklungsabteilung mit 300 Leuten aufgebaut, die sich allein um neue Zielgruppen kümmern soll. Dazu wurde auch ein neues Label “Games for everyone” kreiert. Spiele für “die ganze Familie” sollen entwickelt werden. Die ersten Ergebnisse sind auf der Games Convention zu sehen. Dazu gehören Tier-Spiele, Lern-Spiele und auch eine Koch-Schule.

Der Ärger der Hardcore-Gamer

Dass die Branche so intensiv über neue Kunden nachdenkt, ist eine Entwicklung, die nicht allen Recht ist. Mancher Hardcore-Gamer befürchtet schon, von der Industrie nicht mehr ernst genommen zu werden: Sie ärgern sich in Foren über die billige Unterhaltung für den Massenmarkt.

Hardcore-Gamer ärgern sich in Foren über die billige Unterhaltung für den Massenmarkt. “Hört auf Casual Games zu entwickeln”, heißt es da. “Damit zerstört ihr die echten Spiele. Die spiele auf die man Jahre wartet.” Und sogar Boykott-Aufrufe werden geschrieben. “An alle Wii-Spieler dieser Erde. Kauft keine Casual Games.”

iPhone auch für Österreich

Zum Europa-Verkaufsstart von Apples iPhone wird es das Multimedia-Handy auch in Österreich geben. Bei T-Mobile.

Verwandlungskünstler: Das iPhone ist Telefon, Internet-Terminal, Musik-Player und Navi-Gerät.

Es ist stylisch, hat viele Funktionen, ist von Apple und ist, obwohl man es bei uns noch gar nicht kaufen kann, populärer als die meisten anderen Mobiltelefone: Seit 29. Juni wird Apples iPhone in den USA verkauft, ab Herbst kommt es auch in Europa in den Handel.

Zum Start sollte es allerdings nur in Großbritannien, Frankreich und Deutschland angeboten werden, wurde seitens Apple immer betont. Wie der KURIER exklusiv in Erfahrung bringen konnte, wird das iPhone gleichzeitig zum Verkaufsstart in den großen Ländern auch in Österreich erhältlich sein. T-Mobile dürfte exklusiver Vertriebspartner in Österreich sein. Das iPhone wird 499 € kosten und so wie auch in den USA mit einem Zwei-Jahres-Vertrag – monatliche Gebühr etwa 30 € – angeboten. In zwei Wochen wird Apple in London die europäischen Vertriebspartner und Betreiber für des iPhone offiziell bekannt geben: In Großbritannien wird es Orange und O2 sein, in Frankreich die France Telecom und in Deutschland T-Mobile. Der Vertrag mit T-Mobile, der Apple zehn Prozent der Gewinne aus dem iPhone-Verkauf garantiert, sieht vor, dass neben Deutschland noch “ein paar andere Länder“, wie es in T-Mobile-Kreisen heißt, mit dem iPhone beliefert werden.

US-Version

Die Sache hat allerdings einen Haken: In Europa kommt zum Start nur die europäisierte US-Version des iPhones in den Handel: Die SIM-Karten der jeweiligen Betreiber sind bereits im Handy integriert, es können keine bestehende SIM-Karten eingeschoben werden. Auch den Akku kann man nicht tauschen und – zu guter Letzt – ist die schwachbrüstige EDGE-Datenverbindung an Bord – das UMTS- bzw. HSDPA-Modell kommt erst im Laufe des Frühjahrs (US-Version siehe unten).

Insider gehen davon aus, dass Steve Jobs bei der jährlich stattfindenden Macworld in San Francisco Anfang Jänner 2008 neue iPhones vorstellen wird. Dann wird es auch die schnelleren Varianten für den europäischen Markt geben.

Orange-iPhone

Ob T-Mobile tatsächlich exklusiver Partner in Österreich ist, ist nicht fix. Keine Chance haben A1 und Drei – aber One könnte der Clou gelingen, das iPhone auch nach Österreich zu bringen, indem es Geräte aus Großbritannien abzweigt – weil One ab November zu Orange gehört.

Demonstration gegen Rassismus und Faschismus am 9.November in Wien

REVOLUTION und ArbeiterInnenstandpunkt mobilisieren gemeinsam mit anderen Organisationen für eine Demonstration gegen Rassismus und Faschismus am 9.November. Dies ist der Jahrestag der sogenannten “Reichspogromnacht” im Jahre 1938, in der die Nazis zahlreiche Juden ermordeten und jüdische Einrichtungen zerstörten. Angesichts der rassistischen Hetzkampagne von FPÖ und BZÖ vor den Wahlen ist diese Demonstration mehr als überfällig.

 

Zur Vorbereitung dieser Demonstration gibt es am Freitag, den 27.Oktober um 17.00, eine Aktionskonferenz im Amerlinghaus. Wir werden dort einen Film zeigen, über den Hintergrund des zunehmenden Rassismus reden und die Demonstration vorbereiten.

 

Im folgenden veröffentlichen wir den Aufruf von REVOLUTION für diese Demonstration.

 

Aufruf von REVOLUTION zur antifaschistischen Demonstration am 9. November 2006

 

400 Tote, brennende Synagogen, Plünderungen, Vergewaltigungen und der Beginn der systematischen Verfolgung und Ermordung zehntausender Juden und Jüdinnen – der 9. November 1938, die „Reichspogromnacht“, ist eines der schändlichsten Kapitel der Geschichte. 68 Jahre nach dieser grausamen Untat trauen sich rechtsextreme, faschistische Kräfte noch immer auf die Strasse und feiern die damals verübten Plünderungen und Morde.

Der Rechtsextremismus ist keineswegs Vergangenheit. Im Gegenteil: Immer mehr Menschen, besonders Jugendliche, scheinen die rechtsextremen Ideologien anzunehmen. Besonders in Deutschland ist dieses Phänomen zu beobachten. So hat mit der deutschen NPD eine offen rassistische, rechtsextreme Partei bei den jüngsten Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern 7,3% gewonnen! Und auch die Zahl rechtsextremer Straftaten in Deutschland ist von Januar bis Ende August 2006 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf fast 8.000 gestiegen.

In Österreich ist rechtsextremen Kräften zwar bislang nichts Vergleichbares gelungen. Nichts desto trotz ist der Rassismus auch in Österreich im Wachsen begriffen wie das Wahlergebnis von FPÖ und BZÖ beweisen. Auch Burschenschaften gewinnen zunehmend an Einfluss und Zulauf.

Dies hängt nicht mit einer „Verdummung“ der Bevölkerung oder Unwissenheit zusammen, wie oft behauptet wird. Allein das Wissen um vergangene Ereignisse hält rechtsextreme Kräfte nicht zurück. Die realen Umstände heute, die wachsende Arbeitslosigkeit und die somit größer werdende Verarmung der Bevölkerung, die für viele Jugendliche fehlende Perspektive, schürt den Willen nach Widerstand und den Wunsch in organisierter Form zurückzuschlagen. Rechtsextreme Organisationen bieten sich und ihre faschistische Ideologie als Lösung an und definieren ein klares, wenn auch falsches Feindbild.

Schuld an den Problemen der bestehenden Gesellschaft, des kapitalistischen Systems, seien nicht die Konzerne und ihre Regierung, die den Abbau des Sozialsystems stetig vorantreiben, um angesichts der verschärften Konkurrenz des „freien Marktes“ weiterhin viel Gewinn für sich herausschlagen zu können.

Als Schuldige werden MigrantInnen genannt, die angeblich den österreichischen ArbeiterInnen die Arbeitsplätze streitig machen.

Doch die Probleme der heutigen Gesellschaft lassen sich nicht mit der Vertreibung bestimmter Bevölkerungsschichten lösen, wie es die Rassisten von FPÖ und BZÖ fordern. MigrantInnen werden nicht nur stärker unterdrückt und investieren mehr in die österreichische Wirtschaft und das österreichische Sozialsystem als ihnen über Sozialleistungen etc. zurückgegeben wird, sie haben auch in den wenigsten Fällen eine einflussreiche Position in der Gesellschaft. Der Anteil der MigrantInnen ist unter den ArbeiterInnen tatsächlich enorm hoch, nimmt aber stark ab, je höher der Durchschnittslohn wird. Sie sind also direkt von Unterdrückung und Ausbeutung betroffen und ziehen den geringsten „Nutzen“ aus diesem System. Mehr noch, sie sind unter den tatsächlichen Feinden der ArbeiterInnen, den KapitalistInnen, kaum vertreten.

Der wahre Grund, warum es unter den ArbeiterInnen so viele ImmigrantInnen gibt, ist die Tatsache, dass sie einem höheren moralischen wie gesetzlichem Druck, einer größeren Notwendigkeit, (irgend eine) Arbeit zu finden und stärkerer Unterdrückung ausgesetzt werden, und deshalb auch um weniger Geld arbeiten. Sie sind für den Kapitalismus äußerst profitabel, aber tragen in keiner Weise Schuld an der Arbeitslosigkeit. Denn wer ist Schuld daran, wenn ein Österreicher entlassen und an seiner Stelle ein “billigerer” Migrant angestellt wird? Der Migrant, der die unterbezahlte Stelle annimmt um sich über Wasser zu halten oder der Kapitalist, der den Migrant besser ausbeuten kann als den Österreicher und so noch mehr Profit scheffelt? Sie als Feindbild zu sehen, stärkt nur den wahren Feind: den Kapitalisten. Für diesen ist eine starke, organisierte ArbeiterInnenbewegung die größte Gefahr. Je höher die Feindschaft zwischen den ArbeiterInnen, umso schwächer die Möglichkeiten, Widerstand gegen Lohnkürzungen, Stellenabbau, etc. zu führen.

Rechtsextreme, rassistische Kräfte schwächen somit unsere Möglichkeit, Widerstand gegen Sozial- und Bildungsabbau leisten zu können. Mehr noch: Sie terrorisieren einen Teil unserer Klasse – der Jugendlichen und ArbeiterInnen – im Kampf gegen das unterdrückerische System.

Der 9. November, der für viele rechtsextreme Gruppen ein Gedenktag an das Nazi-Reich ist, wird von uns nicht in stiller Trauer an die Opfer verbracht. Die Grausamkeiten der damaligen Zeit dürfen sich nicht wiederholen und nur wir, die Jugendlichen und ArbeiterInnen, können die Rechtsextremen daran hindern, stark zu werden. In dem wir jedes Mal gegen sie aufmarschieren, wenn sie sich auf die Strasse trauen. In dem wir uns nicht auf die Regierung oder die Polizei verlassen, die nicht nur oft genug rechtsextreme Aufmärsche schützt, sondern auch genug Anhänger dieser Szene in ihren Reihen verbirgt. In dem wir auch am 9.November daran erinnern, dass wir den Opfern gedenken und nicht vergessen, dass es unsere Aufgabe ist, nie wieder einen solchen Tag geschehen zu lassen.

Dies zeigen wir durch einen breiten, lautstarken, organisierten und kämpferischen Protestmarsch am 9. November!

Deshalb treffen wir uns am 27. Oktober zu einer Aktionskonferenz und planen die Demonstration mit anderen Organisationen. Deshalb werden wir am 9.November auf die Strasse gehen und den Rechtsextremen klar machen:

Kein Fußbreit dem Faschismus!

 

One Solution- Revolution!

Mehr Info unter : >> Revoltution