Archive for August 23rd, 2007

Verstörte Tierwelt

Schweine auf der Autobahn, ein reisendes Känguruh, ein Hai am Strand: Was nach Freiheit riecht, wird Tieren häufig zum Verhängnis.

  Wenn Sie gerade zufällig in der beliebten Urlaubsregion Unterallgäu weilen: Wundern Sie sich nicht, falls an Ihnen ein Känguruh vorbeihüpft. Das ist nur Skippi, der sich entschlossen hat, aus seinem Heimathof im baden-württembergischen Bad Wurzbach auszubüchsen, um eine Reise quer durch Deutschland zu machen. Mindestens 40 Kilometer hat Skippi in den zwei Wochen, die er schon auf Wanderschaft ist, zurückgelegt. Als erstes wurde das Beuteltier von einem ungläubigen Bahnarbeiter fotografiert. Der Besitzer ist nun drauf und dran, seinen hüpfenden Liebling mit einem Betäubungsgewehr einfangen zu lassen.

Schweine

Nur kurz konnten 192 Schweine die Freiheit schmecken, leider hatte das für einige einen dramatischen Ausgang. Dienstag früh war auf der Innkreisautobahn (A8) ein Schweinetransporter umgestürzt. Die Tiere wurden aus dem Anhänger geschleudert, einige blieben verletzt liegen, andere liefen auf der Autobahn herum. Letztere verursachten einen weiteren Crash: Eine 43-jährige PKW-Lenkerin konnte nicht mehr bremsen und überfuhr eines der Schweine. Sie, ihr Ehemann und die beiden Kinder wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht. Einige Tiere wurden so schwer verletzt, dass sie notgeschlachtet werden mussten. Nachdem die Schweine in einen Ersatzlaster verfrachtet worden waren, passierte das Unfassbare: Der neue Lenker touchierte aufgrund eines Sekundenschlafs die Wand des Gratkorntunnels und riss eine Ampel mit. Verletzt wurde bei diesem zweiten Unglück aber weder Mensch noch Tier.

Hai

Vor der Küste Spaniens sorgte unterdessen ein zwei Meter langer Hai für Panik unter den badenden Urlaubern. Schon vor einigen Tagen war der Hai im Badeort Tarragona gesichtet worden, worauf das Baden am Milagro-Strand verboten wurde. Nun ging das verirrte Tier eigens dafür geholten Experten ins Netz: Der Hai wurde in das Aquarium von Barcelona gebracht. Es stellte sich heraus, dass er für Menschen ungefährlich ist.

Flamingo

Bereits Sonntag war in Salzburg ein Flamingo von den St.-Peter-Weihern ausgerissen. Flamingozüchter Robert Scheck zeigte sich vorläufig noch zuversichtlich, dass sein Vogel von selbst wieder zurückkommen wird.

Die 400. Hinrichtung in Texas

Trauriger Rekord in der Heimat von Präsident Bush: Nirgendwo sonst in den USA wurden so viele Hinrichtungen vollstreckt.

Im US-Bundesstaat Texas ist am Mittwoch der 400. Gefangene binnen 30 Jahren hingerichtet worden. Johnny Conner bekam eine Giftspritze. Um 18.20 Uhr (Donnerstag 01.20 Uhr MESZ) wurde er für tot erklärt. Der 32-Jährige war wegen der Ermordung einer Frau zum Tode verurteilt worden. Er hatte nach Ansicht der Richter 1998 die Besitzerin einer Tankstelle bei einem Raubüberfall getötet.

“Was mir geschieht, ist unrecht”, sagte Conner vor den Augenzeugen der Hinrichtung. Am Ende betete der Afro-Amerikaner. “Zu Allah gehöre ich, zu Allah kehre ich zurück. Ich liebe Euch”, waren seine letzten Worte. Der 32-Jährige soll im Mai 1998 im Norden von Houston mit einer Waffe einen Tankstellen-Shop überfallen und das Geld aus der Kasse verlangt haben. In diesem Moment kam laut Urteil ein Kunde herein, der seine Benzinrechnung bezahlen wollte. Conner schoss auf ihn und verletzte ihn. Der Mann konnte fliehen. Doch als er weitere Schüsse hörte, kehrte er zurück und sah, wie der Angreifer die Besitzerin tötete.

154 Todesurteile unter Bush

Der Mann und zwei weitere Zeugen, die Connor wegrennen sahen, identifizierten den Täter später auf Fotos. Er wurde zum Tode verurteilt, aber 2005 hob ein Bundesrichter das Urteil wieder auf. Er begründete seine Entscheidung damit, dass die Verteidigung von Connor sich nicht richtig für ihren Mandanten eingesetzt habe. Sie hatte beispielsweise nicht einen einzigen Zeugen zugunsten von Connor aufgerufen. Im Jänner dieses Jahres verwarf ein Berufungsgericht die Entscheidung des Bundesrichters und setzte die Todesstrafe wieder in Kraft.

Es war die 400. Hinrichtung in Texas seit Wiedereinführung der Todesstrafe 1976. Seitdem fand ein Drittel aller Hinrichtungen in den USA in Texas, der Heimat von US-Präsident George W. Bush, statt. Seit Jahresbeginn erhöhte sich dieser Anteil auf fast zwei Drittel. Bush war von 1995 bis 2000 Gouverneur von Texas. Während seiner Amtszeit wurden 154 Todesurteile in dem Bundesstaat vollstreckt.

EU-Protest

Die EU hatte im Vorfeld gegen die Hinrichtung protestiert und die US-Behörden aufgefordert, die Vollstreckung von Todesurteilen auszusetzen. Sie appellierte an den Gouverneur von Texas, Rick Perry, alles dafür zu tun, dass Hinrichtungen aufgeschoben würden. Außerdem solle er ein Moratorium für Todesurteile erwägen. Dies wurde von Perry schroff zurückgewiesen. Die EU solle sich nicht in die Angelegenheiten des Bundesstaates einmischen, forderte sein Sprecher Robert Black. “Die Texaner fahren ganz gut damit, dass sie sich selbst regieren.” Sie hätten “schon vor langer Zeit” entschieden, dass die Todesstrafe “eine gerechte und angemessene Strafe für die schrecklichsten Verbrechen” sei, betonte der Gouverneur. Nächste Woche sollen drei weitere Männer in Texas hingerichtet werden.

VIELEN DANK MR. G.BUSH!!!

Stromknappheit wegen Hitzewelle

Japan geht die Energie aus
Japan stöhnt unter einer Hitzewelle. Anhaltende Höchsttemperaturen haben die Nachfrage nach Strom auf Rekordwerte gesteigert, doch die Energiekonzerne kommen nicht nach. Japan hat deshalb den Energienotstand ausgerufen.

 

 

Die zweitgrößte Industrienation der Welt leidet in diesem Sommer unter Energiemangel. Gestern produzierten die zehn großen Energiekonzerne mit mehr als 3,4 Milliarden Kilowatt zwar so viel Strom wie noch nie in ihrer Geschichte. Doch die Nachfrage ist noch größer.

Eine ungewöhnliche Hitzewelle treibt seit mehr als einer Woche landesweit den Stromverbrauch in extreme Höhen. Viele Japaner lassen Klimaanlagen und Ventilatoren in Büros und zuhause Tag und Nacht laufen. Auf einen Temperaturrekord von knapp 41 Grad Celsius folgen deshalb nun Rekord-Verbrauchswerte für Strom.

Keine Kapazitäten mehr


Zugleich laufen mit dem Ende der Sommerferien in vielen Fabriken wieder die Fließbänder an, was den Energiekonsum zusätzlich in die Höhe treibt. Heute wurden im Großraum Tokio in der Spitze 61 Kilowatt Strom verbraucht. Doch die Tokioter Elektrizitätsgesellschaft Tepco, der größte private Stromkonzern des Landes, kann derzeit nur maximal 62,5 Kilowatt Strom liefern. Das Unternehmen rief deshalb die Einwohner der Metropole zum Stromsparen auf und setzte zum ersten Mal seit 17 Jahren einen Energienotplan in Kraft.

Tepcos 1000 wichtigste Abnehmer müssen mit vorübergehenden Energiekürzungen rechnen, um einen Stromausfall zu verhindern. Dazu gehören private Unternehmen genauso wie städtische Betriebe. Kenji Ogawa vom Umweltbüro der Stadt Tokio erklärt: “Leider übersteigt beim Strom die Nachfrage das Angebot. Wir müssen uns daher anstrengen, den Verbrauch zu verringern.”

Zu den Maßnahmen der Stadtverwaltung gehört, die Temperatur in den Kühlkammern der Großmärkte leicht zu erhöhen und die Wasserzufuhr für öffentliche Gebäude zu drosseln, damit die Klimaanlagen weniger Strom ziehen. Auf diese Weise spare man den Stromverbrauch von 1700 Haushalten ein.

AKW nach Erdbeben stillgelegt

Eine Ursache des Energie-Engpasses ist das stillgelegte Kernkraftwerk Kashiwazaki. Die mit sieben Reaktoren größte Atomanlage der Welt, die vom Tepco-Konzern betrieben wird, wurde im vergangenen Monat von einem schweren Erdbeben erschüttert und wird seitdem auf mögliche Schäden untersucht. Die Kernkraftwerke dürften frühestens im nächsten Jahr wieder Strom liefern. Daher nimmt Tepco jetzt ein derzeit abgeschaltetes Wasserkraftwerk im Norden der Metropole in Betrieb, um zusätzlichen Strom zu erzeugen.

Die Hitzewelle soll noch einige Zeit weitergehen. Nachdem der Hitzerekord von 1933 gebrochen wurde, sagen die Meteorologen auch für die nächsten sieben Tage ungewöhnlich hohe Temperaturen für weite Teile Japans voraus.

Monströser Datenklau bei Online-Jobbörse

Der Online-Jobbörse Monster.com sind offenbar Hunderttausende Namen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen ihrer arbeitssuchenden User gestohlen worden. Diese Daten wurden anschließend in einem komplexen Betrugsversuch verwendet.

Ans Licht kam der Vorfall, nachdem die Sicherheitsfirma Symantec am Wochenende auf einem ukrainischen Server 1,6 Millionen Monster.com-Datensätze fand, die offenbar von Kriminellen gestohlen worden waren.

Nicht jeder der Datensätze habe persönliche Angaben der User enthalten, so Dave Cole von Symantec gegenüber dem “Boston Globe”. Gleichwohl gehe er davon aus, dass die Daten Hundertausender Monster.com-Nutzer in die Hände der kriminellen Hacker gelangt seien.

Monster.com will Userkonten sperren


Die Jobbörse versprach, schnell auf das Problem zu reagieren. “Wir gehen dem Bericht von Symantec nach”, sagte der Unternehmensvertreter Patrick Manzo der Zeitung. “Wir werden alle notwendigen Schritte unternehmen, um das Problem zu lösen - auch Userkonten sperren, die zu widerrechtlichen Zwecken missbraucht wurden.”

Das allerdings scheint am eigentlichen Problem vorbeizugehen. Denn die Hacker begnügten sich nicht mit dem Diebstahl der Userdaten von den Monster.com-Servern: Sie schickten offenbar zahlreiche E-Mails mit gefälschten Jobangeboten an die Arbeitssuchenden und forderten diese auf, auch solche Daten anzugeben, die normalerweise nicht per E-Mail verschickt werden, namentlich Sozialversicherungsnummer und Bankverbindungen. Zusammen mit Namen, Adresse und Geburtsdatum könnten damit beispielsweise die Bankkonten der User geleert werden.

“Lösegeld” für gesperrte Rechner


In anderen Berichten über den Datendiebstahl bei der Jobbörse hieß es, die getürkten E-Mails hätten einige schädliche Programme enthalten, mit denen sich beispielsweise die Passwörter beim Online-Banking ausspähen ließen.

Und schließlich gab es Meldungen, wonach die Rechner der Nutzer durch Schädlingsprogramme praktisch als “Geisel” genommen wurden. Eine Freilassung erfolgte laut diesen Berichten erst, nachdem 150 Dollar “Lösegeld” überwiesen wurden.

An die Monster.com-Daten kamen die Diebe laut Symantec, indem sie “Trojaner” auf den Rechnern von potenziellen Arbeitgebern installierten und so Zugang zu Millionen von Lebensläufen erlangten.