Ästhetik der Verletzlichkeit

Rund 600 Menschen haben sich auf dem größten Alpengletscher ausgezogen, um auf die Folgen des weltweiten Klimawandels aufmerksam zu machen. Die Freiwilligen ließen auf dem Aletsch ihre Hüllen für den US-Fotografen Spencer Tunick fallen und posierten in verschiedenen Stellungen auf dem schwindenden Eis.

Mit der ungewöhnlichen und zugleich ästhetischen Protestaktion solle eine symbolische Verbindung zwischen der Verletzlichkeit des schmelzenden Gletschers und der des menschlichen Körpers aufgezeigt werden, teilte die Umweltschutzorganisation Greenpeace mit.
 
Der für seine Massen-Nacktaufnahmen bekannte Tunick dirigierte die aus ganz Europa angereisten Freiwilligen mit einem Megafon von einer Leiter aus. Dabei ließ er sie in Gruppen zusammenstehen oder einzeln auf den Rücken liegen. Insgesamt hielten fünf Kamerateams die verschiedenen Szenen von unterschiedlichen Standpunkten aus fest.
 
Der Aletsch ist der größte Gletscher in den Alpen. Umweltschützer befürchten, dass wegen der Erderwärmung die meisten Gletscher auf der Welt bis 2080 verschwunden sein dürften, wenn die Menschheit nicht umgehend umsteuert und weniger Schadstoffe in die Atmosphäre pustet.

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