Archive for August 17th, 2007

Das Erbe der Primaten

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Die ersten Primaten, Vorläufer der heutigen Affen, traten gegen Ende der Kreidezeit vor ca. 70 Millionen Jahren auf. Neuere Genomanalysen deuten sogar darauf hin, dass die ältesten Primaten schon vor 90 Millionen Jahren existierten. Somit lebten die Vorläufer der Primaten noch zur gleichen Zeit wie die Dinosaurier. Bei den Primaten handelt es sich wohl um eine monophyletische Gruppe, alle heutigen Primaten sollten demnach von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen. Die ältesten zweifelsfrei den Primaten zuzuordnenden Fossilienfunde stammen aus dem frühen Eozän (vor rund 55 Millionen Jahren). Da die Funde aus dem Eozän bereits die Aufspaltung in die beiden Unterordnungen Feuchtnasenaffen und Trockennasenaffen erkennen lassen, vermutet man, dass die ältesten Primaten in der Kreidezeit gelebt haben, vor rund 80 bis 90 Millionen Jahren. Es waren kleine baumwohnende Tiere, die wahrscheinlich im Aussehen den noch heute lebenden Spitzhörnchen (Tupaia) sehr ähnlich waren, wobei die Gruppe der Tupaia von den Zoologen heute nicht mehr zu den Primaten gezählt wird, sondern sondern in eine eigene Gattung (Scandentia) gestellt werden. Continue Reading »

Die drei bösen Schwestern

‘Ndràngheta, Camorra, Cosa Nostra

Die “Mafia” ist der Inbegriff des organisierten Verbrechens. Drogenhandel, Schutzgelderpressung und Prostitution sind nur einige ihrer Aktivitäten. Die Verbrecher machen allein damit Milliardenumsätze. Die Gewinne versuchen sie, durch Investitionen in den normalen Wirtschaftskreislauf zu bringen und so zu legalisieren.

Allein im Ursprungsland Italien machen die Mitglieder der “Ehrenwerten Gesellschaft”, wie sie ihre Struktur selbst nennen, nach Schätzungen einen Umsatz von 100 Milliarden Euro pro Jahr - etwa doppelt so viel wie der Autohersteller Fiat.

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Am 17. Juli wurde der Boss der ‘Ndrangheta,

Giuseppe Bellocco, gefasst. Er wurde seit zehn

Jahren unter anderem wegen Mordes gesucht.

Bis zu 20.000 Menschen werden zum Kern der Clans der italienischen Mafia gerechnet. Vor allem die “drei bösen Schwestern” verbreiten Angst und Schrecken: die Cosa Nostra (”unsere Sache”) in Sizilien, die Camorra mit ihrem Zentrum in Neapel und die ‘Ndrangheta in Kalabrien. Außerdem terrorisiert etwa die Sacra Coruna Unita (”Heilige Vereinigte Krone”) in Apulien die Menschen. Die ungeschriebenen Gesetze des Schweigens, “Omertà”, und der Rache, “Vendetta”, sorgen für den Zusammenhalt der Mafiosi.

Die Wurzeln der Mafia reichen ins 17. Jahrhundert auf Sizilien zurück. In der Historie galt der Geheimbund als Gegenmacht zur staatlichen Willkürherrschaft. Vom Faschismus zeitweilig unterdrückt, regenerierte die Mafia sich gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, als die US-Truppen auf Sizilien die Hilfe von Clans in Anspruch nahmen.

Die Bedeutung der Familienclans ist in der ‘Ndrangheta weitaus wichtiger als etwa in der Cosa Nostra. Obwohl die ‘Ndràngheta zumindest in der deutschen Öffentlichkeit deutlich unbekannter ist als Cosa Nostra und Camorra, gilt die kalabresische Organisation längst als mächtigste Mafia-Organisation in Europa. Sie dominiert den europäischen Kokain-Handel, ist aktiv im Waffenhandel sowie im traditionellen Mafia-Geschäft der Erpressung. Ihr Jahresumsatz wird auf 35 Milliarden Euro geschätzt. Ihr Name ist vermutlich griechischer Herkunft: “andragathía” heißt so viel wie “Mannhaftigkeit”, “andragathos” ist ein tapferer Mann.

Mafia-Fehde in San Luca

Am Anfang waren Böller
Der Krieg der Clans innerhalb der kalabrischen Mafia geht auf einen Karnevalsscherz im Jahr 1991 in der ‘Ndrangheta- Hochburg San Luca zurück. Nach Angaben italienischer Medien gab es damals Streit um gezündete Faschingsböller. Daraus entwickelte sich eine Schlägerei zwischen den Familien Strangio-Nirta und Pelle-Romeo. Einige Monate später seien die ersten Morde passiert.

Zwar habe es vom Jahr 2000 bis Weihnachten 2006 eine Art “Waffenstillstand” der Clans gegeben, doch dann sei die Gewalt erneut aufgeflammt. Bislang habe der misslungene Faschingsscherz 15 Menschen das Leben gekostet.

Mafia-Fahnder in Rom und Reggio Calabria sprachen von einer “neuen Qualität” der Auseinandersetzung. Es habe niemals zuvor eine derart brutale “Hinrichtung” so vieler Unschuldiger im Ausland gegeben. “Es handelt sich um einen Akt der Barbarei, die man versuchen muss zu beenden”, sagte der oberste Mafia-Jäger Piero Grasso.

Die Killer hätten vermutlich in Deutschland zugeschlagen, weil sie in Italien zu streng unter Beobachtung gestanden hätten, meinte Grasso. Andere Experten vertreten die Ansicht, es habe sich um ein “angekündigtes Blutbad” gehandelt. “Man konnte nicht wissen, wo und wann es passiert, aber wir waren uns sicher, dass es weitere Tote geben wird”, sagte ein Staatsanwalt aus Reggio Calabria. Die italienische Polizei befürchtet, dass nach dem Blutbad von Duisburg nun auch in San Luca wieder Morde passieren.

Mafia-Morde

Polizei sucht Fahrer
Nach dem Sechsfachmord von Duisburg hat die Polizei weiterhin keine Hinweise auf den Verbleib der möglichen Täter. Es gebe noch keine neuen Erkenntnisse, sagte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen. Seit Donnerstagabend sucht die Polizei mit einem Phantombild nach einem der Täter. Es zeigt den dunkelhaarigen Fahrer eines Wagens, der sich kurz nach der Tat am Mittwochmorgen mit hoher Geschwindigkeit fluchtartig aus der Umgebung des Tatortes entfernt habe.

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EU-Justizminister-Treffen:

Ressortchefin Maria Berger lädt Kollegen nach Salzburg ein, um die Korruptionsbekämpfung zu verstärken.
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Justizministerin Maria Berger kündigt eine härtere Gangart im Kampf gegen Korruption am Balkan an.

Justizministerin Maria Berger (SPÖ) zieht es am Wochenende nach Salzburg, wo sie Kollegen der östlichen Nachbarländer, Deutschlands und der portugiesischen Ratspräsidentschaft trifft. Dabei geht es um die Bekämpfung der Korruption am Balkan sowie innenpolitisch relevante Gesetzesvorhaben im Herbst.

KURIER: Frau Ministerin, geht es in Salzburg mehr um Kultur oder politische Arbeit. Was soll das Treffen mit Ihren Ressort-Kollegen?
Maria Berger: Es geht um EU-weite Mindestnormen im Strafprozessrecht, etwa um die Höchstdauer bei der Untersuchungshaft, die Anhaltedauer bei der Polizei oder das Recht auf einen Dolmetscher. Dabei ist die Einstimmigkeit notwendig. Der neue Vertrag sieht dafür Mehrheitsentscheidungen vor. Es geht auch um das Engagement bei der Korruptionsbekämpfung am Balkan, den Export von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in künftige EU-Staaten. Weiters geht es mir auch um Ländervergleiche bei Opferrechten. Die deutschen Erfahrungen sind dabei sehr wichtig.

Deutschland hat ein strenges Sexualstrafrecht. Was ist für Österreich relevant?
Es gibt in Deutschland die gesetzliche Regelung, dass Straftäter neben der Freiheitsstrafe eine richterliche Aufsicht bekommen. Richter können den Auftrag erteilen, dass sich solche Personen für bestimmte Berufe nicht bewerben, dass sie von Kindern und Jugendlichen ferngehalten werden oder dass sie bestimmte Meldeauflagen erfüllen.

Nach dem Vorschlag von Innenminister Platter sollen diese Aufgabe in Österreich Polizeiorgane erfüllen. Sie beharren auf den Richtern?
Ja, weil freiheitsbeschränkende Maßnahmen richterlich abgesichert sein sollten. Es geht mir schlicht um die Praktikabilität und die rechtsstaatliche Verträglichkeit einer Maßnahme.

Im Justizbereich steht Ihnen ein heißer Herbst bevor: Wie groß ist die Chance, dass Ihren Gesetzesvorhaben wie Haftentlassung, Familienrecht und Sammelklagen auch die ÖVP zustimmt?
Ich bin in vielen Punkten sehr optimistisch. Wir werden das Koalitionsübereinkommen umsetzen. Die ÖVP lehnt das Haftentlastungspaket ab, beim Familienpaket ist noch vieles offen. Umstritten ist auch die eingetragene Partnerschaft für homosexuelle Paare.
Beim Haftentlastungspaket lehnt die ÖVP drei von zwölf Maßnahmen ab. Beim Familienrechtspaket geht es um die Reform des Unterhaltsvorschussrechtes und die Rechte von Patchwork-Familien. Arbeitsgruppen unter dem Vorsitz des Justiz- und Familienministeriums arbeiten derzeit an konkreten Vorschlägen, die bis Ende des Jahres am Tisch liegen sollen. Es wird harte Verhandlungen und ÖVP-intern noch einige Debatten, vor allem zu den eingetragenen Partnerschaften, geben. Es mehren sich die Stimmen, dass eine Lösung möglich ist.

Korruption grassiert in den neuen Mitgliedsländern und am Balkan. Unternehmen ziehen sich schon zurück. Warum engagiert sich Österreich in dieser Frage?
Es stimmt, dass es im Justizwesen Probleme gibt. Der Aufbau einer unabhängigen und effizienten Justiz führt zu stärkerer politischer Stabilität. Funktionierende Rechtssysteme sind wichtig für österreichische Investitionen und für die Sicherung des Wirtschaftsstandortes. Wegen Korruption oder fehlender Rechtssicherheit bei Eigentumsfragen ziehen sich Unternehmen wieder aus dem Markt zurück. Der Prozess ist mühsam, aber wir müssen den Ländern diese Reformen abverlangen. Österreichische Richter, Staatsanwälte und Justizwachebeamte waren und sind in den neuen Mitgliedsländern sowie den Staaten am Balkan aktiv. Sie helfen den Ländern bei der Reform des Strafvollzuges, beim Aufbau der Staatspolizei und der Gerichtsorganisation oder dem Erstellen eines Grundbuches. Beim Wissenstransfer ist die österreichische Justiz überdurchschnittlich aktiv.

Anfang 2008 findet die Schengen-Erweiterung statt. Die Grenzkontrollen zu Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien werden dann fallen. Was heißt das für die Justiz?
Es wird einen Raum der Freiheit und Sicherheit geben. Die polizeiliche Zusammenarbeit wird dann erleichtert. Einreiseverbote werden dann im ganzen Schengenraum gelten, das ist auch für die Justiz von Vorteil.

Quelle : Kurier.at

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